Die Historie der Feuerwehr Petersdorf
Feuerwehrgeschichte 1887 -> Heute

Anno 1800 war in Aindling eine grosse Brandkatastrophe, die viel Schaden anrichtete. Einige Jahre später im Norden unseres Landes abermals eine fürchterliche Feuerkatastrophe, welche über 4 Tage dauerte und abermals viel Unheil brachte. Die Menschen waren damals praktisch machtlos gegen die Kraft des Feuers. Dorfgeschichten und Chroniken sind voll von Schäden an Mensch, Tier und Häusern, die zur damaligen Zeit um 1800 bis 1870 den verheerenden Brandkatastrophen zum Opfer fielen. Diese waren letztlich im Grossraum Aichach Anlass, um an einen organisierten Brandschutz in den einzelnen Dörfern zu denken. Man wollte den Schutz vor dem mächtigen Feuer nicht mehr dem Zufall überlassen, auch wenn man nur mit einfachen Mitteln dem Feuer entgegentrat. Das freiwillige Ziel der Menschen zur damaligen Zeit war, bei Feuerausbrüchen und Brandkatastrophen die Schäden so gering wie möglich zu halten.
Immer mehr Feuerwehren wurden in der Zeit von 1850 bis 1870 freiwillig gegründet. Sicherlich war das in unserem Landreis noch nicht streng amtlich, aber die Bürger hatten den guten Willen, um wenigstens einen einfachen Brandschütz auf dem Dorfe aufzubauen.

Im Jahre 1871 wurde dann vom damaligen Distriktsamt Aichach die erste offizielle Verordnung über das Feuerwehrwesen in den Gemeinden bekanntgegeben. Jetzt war jeder Hausbesitzer verpflichtet, freiwillig bei Bränden mitzuhelfen.
Vier Jahre später, am 28.05.1875, kam ein Erlass vom Bezirksamt Aichach zur Anregung einer Feuerwehr in Petersdorf.
Doch es zogen noch einige Jahre ins Land, bis man eine offizielle Feuerwehr per Gemeindebeschluss gründete.

Am 06.Juni 1885 wurde dann in Petersdorf eine Gemeindeversammlung einberufen. Jetzt wollte man eine Löschmaschine Kaufen. Doch dazu musste man Geld bei der Distriktskasse beantragen. Man hatte sich auf einen Kredit von 400,- Mark geeinigt, mit dem dann die Feuerwehrspritze gekauft wurde.
Der Gemeindebeschluss vom 06.06.1885 ist der erste amtliche Beweis, das zu dieser Zeit schon eine Feuerwehr in Petersdorf bestanden hat. Deshalb wird das Jahr 1885 auch als nachweisbares Gründungsjahr der Freiwilligen Feuerwehr von Petersdorf angenommen. Die offizielle Feuerwehrgeschichte hatte begonnen.
Etwa zur gleichen Zeit wütete in Koppenzell beim Bauern Kröpfl ein Grossbrand über zwei Tage, der das ganze Anwesen vernichtete. Viele Feuerwehren aus dem Umkreis waren Tag und Nacht im Einsatz. So auch die Freiwillige Feuerwehr aus Petersdorf. Die anschliessende Danksagung des Bauern Kröpfl aus Koppenzell ist ein weiterer Nachweis, dass zur damaligen Zeit die Feuerwehr Petersdorf schon bestanden hat.
Im gleichen Jahr vernichtete abermals ein Grossbrand das Anwesen des Bauern Metzger aus Alsmoos. Auch hier war die FFW Petersdorf im unermüdlichen Einsatz.

Bis zum Jahre 1887 war der jeweilige Bürgermeister für die Feuerwehr verantwortlich. Am 24. Januar 1888 versammelte sich die Gemeinde Petersdorf, um die Neuwahl eines Kommandanten und der drei Zugführer vorzunehmen. Der 1. offizielle Kommandant wurde der Bauer Josef Eichner aus Petersdorf. Zugführer der Steiger wurde der Bauer Michael Mayr, der Zugführer der Spritzenmänner Josef Förg und der Zugführer der Ordnungsmänner Anton Weichenberger, alle aus Petersdorf.
Jetzt hatte man eine perfekt funktionierende Feuerwehr, die von verantwortlichen Männern geleitet wurde. Zur damaligen Zeit kam zu jeder Pflichtübung ein Polizist von Aindling und überwachte den ganzen übungsvorgang. Wer nicht oder zu spät erschien, musste Strafe bezahlen. Im Jahre 1901 versammelte sich der Gemeindeausschuss Petersdorf auf Anordnung des Königlichen Bezirksamtes Aichach. Ws sollte ein Ort festgelegt werden, an dem die Feuerwehrleitern aufbewahrt werden.
Jedermann im Dorf sollte das wissen und jederzeit bei eventuellen Feuerausbrüchen Zugang haben. Dieser Ort wurde dem Königlichem Bezirksamt gemeldet. Es war zwischen den beiden Anwesen Mörmann und Manhart.

Im Jahr 1938 bekam die Freiwillige Feuerwehr Petersdorf die erste Motorpumpe. 53 Jahre mühevoller Arbeit mit der Handpumpe hatten ein Ende. über diese Neuanschaffung war man wirklich dankbar. Die alte Pumpe wurde an die Feuerwehr Alsmoos verkauft. Ein Jahr später, im Jahre 1939, begann der Zweite Weltkrieg. Fast alle Feuerwehrmänner waren für das Vaterland im Einsatz. Doch der Feuerwehrdienst zuhause sollte bei Feuerausbrüchen aufrecht erhalten bleiben. Aus diesem Grund stellte man zusätzlich eine weibliche Feuerwehrmannschaft auf, die nach gründlicher Ausbildung auch einige grosse Einsätze in der Zeit von 1939 bis 1945 mitmachen musste.
Die hilfsbereiten Frauen, die zur weiblichen Feuerwehrmannschaft gehörten waren:
Lina Meier, Marie Happacher, Anna Weichenberger, Sofie Echter, Maria Kügle, Henrike Mörmann, Reserl Steiner, Anna Sturm, Katharina Meir, Anna Schwarz, Stasi Blank, Balbina Schlecht, Theres Berthold, Viktoria Huber, Maria Strobl, Elisabeth Echter und Maria Steidle.
 
Kommandanten waren zu dieser Zeit: Andreas Sturm aus Appertshausen und Michael Fehrer aus Petersdorf. Maschinist war Andreas Wurzer senior. Ausser kleineren Einsätzen wurden mit den Männern, die nicht im Krieg waren, von dieser Mannschaft auch zwei grosse Löscheinsätze durchgeführt. Dies war im Winter des Jahres 1944 bei einem Bombenangriff in Augsburg. Es war die kälteste Nacht im Winter und alle Spritzeneinrichtungen froren ein. Es war sehr schwierig zu löschen. Noch im gleichen Jahr musste man zu einem Einsatz in München, ebenfalls wegen eines Bombenangriffs. Zu beiden Städten ist man damals mit dem Traktor des Bauern Peter Reiner aus Petersdorf gefahren. Es war der einzige Traktor im ganzen Dorf.

Unter der Amtszeit von Bürgermeister Xaver Hibler und des Kommandanten Hans Wurzer ist im Jahre 1955 das damals moderne Feuerwehrhaus mit Turm in Petersdorf entstanden. Für die Männer der Feuerwehr war es eine grosse Erleichterung, denn in kürzester Zeit konnte man jetzt die nassen Schläuche im Turm zum Trocknen aufhängen. Man hatte dieses Gebäude direkt neben den Löschweiher errichtet. Auch hier hielten die Petersdorfer Bürger wieder fest zusammen, sowie bei der Fahnenweihe der FFW 1954.